FAQ

raise-the-standard.com
Eine Vereinigung für Mitglieder der Standard Life Versicherungsgesellschaft

Home

Presse

 

Häufig gestellte Fragen (Frequently asked questions) 

Sind Sie für oder gegen eine Demutualization (Veränderung der Gesellschaftsform von einem “Verein auf Gegenseitigkeit” in eine Kapitalgesellschaft – Anm. d. Übers.)? 

Ich habe 2000 für die Demutualization gestimmt, unmittelbar bevor die aktuellen Probleme erkennbar wurden. Der Vorstand betreibt jetzt die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft weil er glaubt, keine andere Wahl zu haben. Wegen des geschrumpften Gesellschaftsvermögens kann er es sich nicht mehr leisten, den Mitgliedern die Vorteile des Vereins auf Gegenseitigkeit zukommen zu lassen. Diese bestehen hauptsächlich aus höheren Gewinnzuweisungen, mit denen die Mitglieder an den Gewinnen der Geschäftsbereiche beteiligt werden. Jetzt wird der Wert der Gesellschaft für die Mitglieder ausschließlich vom Erfolg des Turnaround-Programms abhängen. Vor vier Jahren war meine Versicherungspolice über 90.000£ (ca. 150.000 EUR, Anm. d. Übers.) wert. Heute beträgt der Wert weniger als 75.000£ (ca. 125.000 EUR), trotz jährlichen Versicherungsprämien in Höhe von 3720£ (ca. 6.200 EUR). Meine erlittenen Verluste kann ich nur durch die bei einer Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft ausgegebenen Aktien mildern. Ich befürworte dies daher nach wie vor.

Wollen Sie das Management ablösen? 

Nein 

Warum lassen Sie den Vorstand dann nicht einfach weitermachen? 

Im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit erklärt Standard Life seinen Mitgliedern immer wieder, wegen der so stark gesunkenen Inflationsrate wären geringere Renditen bei Policen mit Gewinnbeteiligung (“with-profit policies”) zu erwarten. Das lenkt vorsätzlich die Aufmerksamkeit von den tatsächlichen Gründen für den anhaltenden Niedergang der Bonuszuweisungen von Standard Life ab. In den Jahren 2000 und 2001 legte der damalige Vorstand 85% der Anlagegelder der Policen mit Gewinnbeteiligung in Aktien und Immobilien an. Ian Lumbsden brüstete sich damit, daß Standard Life genügend Kapital hatte um dieses Risiko einzugehen. Der Anlagestock wurde vom Crash in 2000 und 2001 mit voller Wucht getroffen. Die Verluste bei Standard Life waren so groß, daß das „Excess Capital“ (Kapital, das die gesetzlich geforderten Mindestreserven übersteigt) von 9,4 Milliarden Pfund 1999 auf 1,32 Milliarden Pfund im November 2003 fiel. Besser geführte Wettbewerber wie Prudential sahen den Zusammenbruch voraus und schichteten in Anleihen um. Prudentials Verlustrate beim Anlagestock der Policen mit Gewinnbeteiligung betrug 53% der Verlustrate von Standard Life.

Der Vorstand hat auch die Wirkung anstehender Regulierungsänderungen falsch eingeschätzt, durch welche die Kapitalanforderungen für das Geschäft mit Policen mit Gewinnbeteiligung erheblich verschärft wurden. Standard Life mußte seine Bonuszuweisungen gleichsam mit der Axt kürzen. Der Anteil von Aktien/Immobilien im Anlagestock wurde auf 50% verringert. Viele der Vorstandsmitglieder der späten 1990er/frühen 2000er sind immernoch im Amt – Sir Brian Stewart gehört dem Vorstand seit 1993 an.

Eben dieser Vorstand beansprucht nun die alleinige Verantwortlichkeit für die Überwachung eines auf 2 Jahre angelegten Turnaround-Plans und eine 100 Millionen Pfund teure Aktienemission – um, wenn möglich, die früheren Entscheidungen des Vorstands zu korrigieren. Nachdem er die Gelder der Mitglieder in großem Stil in den Sand gesetzt hat, beanspruchen die Vorstand nun die alleinige Leitung der Rettungsoperation. Das ist nicht fair. Die Mitglieder sollten selbst in der Lage sein, den Fortschritt zu überwachen.

Was befähigt Sie dazu?

Die Bank of England hat zweifach beglaubigt, daß ich fähig und passend dafür bin, leitende Managementpositionen bei in Großbritannien zugelassenen Banken einzunehmen.

Ich wurde bei der Chase Manhattan Bank (jetzt J P Morgan Chase) im Bereich Corporate Finance ausgebildet. Ich habe dort fast 13 Jahre gearbeitet. Zuletzt war ich dort als stellvertretender Leiters des Kreditwesens Großbritannien und verantwortlich für Finanzinstitute, einschließlich Versicherungsgesellschaften. Viele Jahre lang war die Analyse von Fehlentwicklungen bei Unternehmen mit Finanzschieflagen ebenso Bestandteil meiner Arbeit wie die Durchführungsüberwachung von Turnaround-Lösungen. Diese Fähigkeiten sind direkt bei der Überwachung von Standard Life anwendbar.

Ich bin qualifiziert durch meine erlittenen Verluste. Im Jahr 2000 konnte ich mich auf eine zu erwartende Ablaufleistung von etwa 235.000 £ (ca. 375.000 EUR) freuen. Heute wäre ich froh, 135.000 £ (ca. 225.000 EUR) zu bekommen. Das unterscheidet mich sehr von den amtiertenden Vorständen. Es ist nun einmal das Geld unserer Familien, für das ich kämpfe. Das solidarisiert mich mit allen anderen gewöhnlichen Mitgliedern, die durch Standard Life so üble Verluste erlitten haben.

Wie würden Sie das Standard Life Turnaround-Konzept überprüfen? 

Wir würden die Geschäftspläne von Standard Life und ihre Ausführung prüfen – cash flows, Kapitalkosten, Benchmarks und Wettbewerb, Risiken, Managementvergütungen und Eigenkapitalbewertung.

Wie können Mitglieder so etwas tun? Nur durch uneingeschränkten Zugang zu den Turnaround-Dokumenten, dem Management und den Beratern. Sie brauchen den gleichen Grad an Offenlegung wie der Vorstand selbst.

Sind Sie ein Einzelkämpfer? 

Nein. Ich habe die Unterstützung von fast 400 Mitgliedern, die mich nominiert haben. Ich habe eine wachsende Mitgliedervereinigung. Ich habe einen Beraterstab erfahrener Profis – ein Unternehmensanwalt, ein unabhängiger Versicherungsfachmann, einen Senior IFA (IFA: Unabhängiger Finanzberater, Anm. d. Übers.) und einen Wirtschaftsprüfer für Investment Management.

Befürworten Sie den Wegzug Standard Lifes von Edinburgh? 

Nein. Ich bin dafür, daß Standard Life sein Geschäft ohne „gold plating“ (gold plating: umgangssprachlich für unnötige Luxusausgaben, Anm. d. Übers.) betreibt. Die Brache steht in dem Ruf, sich luxuriöse Büros und verschwenderische Bewirtungsaufwendungen zu leisten. Mitglieder, die Edinburgh besser kennen als ich erzählen mir, daß sich das Standard Life Management seit langem „wie Könige aufgeführt“ haben. Ich bin für einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, mit niedrigsten Kosten als Ausdruck einer effizienten Führung. Es liegt beim Vorstand zu entscheiden, wie das erreicht werden soll. Es weiß, was es zu tun und zu lassen hat, um wettbewerbsfähig zu sein.