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Während unserer Aktion mußten wir mehr Artikel lesen als jemals zuvor. Das hat uns eine Vorstellung von der harten Aufgabe verschafft, der sich Journalisten gegenübersehen.

Am 17.März hat Standard Life die Ergebnisse für 2004 veröffentlicht. Diese sind absichtlich undurchsichtig gehalten. Die Fachpresse bemühte sich, die Aussage dieses Finanzberichts zu erfassen – vergeblich. Wir haben viele gut geschriebene Artikel gelesen – insbesondere:

The Guardian's Jill Treanor; The Scotsman's John Bowker, The Telegraph's Andrew Cave, The Herald's Ben Griffiths und The Evening Standard's Steve Hawkes


Viele wollten die Finanzstärke Standard Lifes im Jahr 2004 mit der zuückliegender Jahre vergleichen.

Es hat mehrere Tage gekostet, die Zahlen durchzugehen und ich habe weiter unten über sie geschrieben. Alle meine Informationen stammen aus Dokumenten der Gesellschaft. Alle davon sollten Journalisten bei den Presseterminen der Gesellschaft bereitwillig zur Verfügung gestellt werden. Dann könnten sie uns sagen, was wirklich bei Standard Life abläuft.

Mike Hogan wirft einen Blick auf die Ergebnisse von Standard Life für das Geschäftsjahr 2004 

Die Ergebnisse zeigen, wie arm Standard Life seit 1999 geworden ist. Dies sind ihre eigenen Zahlen in Milliarden Pfund:

 

1999

2000

2001

2002

2003

2004

Standards Vermögen

11.2

10.5

5.4

1.7

2.6

2.3

Minimale Kapitalanforderungen

1.8

1.9

2.1

2.0

2.0

2.5

Überschuß/(Fehlbetrag)

9.4

8.6

3.3

(0.3)

0.6

(0.2)

Für Leser, die mehr Einblick in die Unternehmenskennzahlen wünschen: Standard Life’s capital resources 1999-2004

Leser, welche die zugrundeliegenen Standard Life Dokumente der Jahre 1999-2004 möchten, verweise ich auf die Seiten 70 und 71: Offering Circular SL Mac Plc 11/2004  ;  und Standard Life's 2004 results

Seit 2002 hat Standard Life seine Verarmung versteckt (und die Geschäfte fortgeführt), indem Darlehen aufgenommen wurden – von Null bis 1,6 Milliarden £ (ca. 2,6 Mrd. EUR) heute – und auch durch Änderungen der Rechnungslegung – im Wert von ebenfalls 1,6 Milliarden £. Das sind Pflaster auf großen Wunden. Schulden müssen zurückgezahlt werden. Wo Verbindlichkeiten Verluste verdecken, müssen für die Rückzahlung Firmenwerte verkauft oder neue Investoren gewonnen werden. Die Änderungen der Buchführung spiegeln die verminderten Auszahlungen auf gewinnbeteiligte Policen wider.

Die Mitglieder haben für diese Verluste bezahlt.

Es ist klar daß Standard keine Wahl bleibt als zu demutualisieren und zu versuchen, neues Kapital einzuwerben. Der Vorstandsvorsitzende, Brian Stewart, ein altgedienter Geschäftsführer, sagt:

„Wir haben einen herausragenden Vorstand, der Standard Life gut leitet mit seinem individuellen und kollektiven Sachverstand.“

Die Verarmung der Gesellschaft beweist das Gegenteil.

Die Ergebnisse des operativen Geschäftsbetriebs geben wenig Anlaß zum Feiern. Das Lebens- und Rentengeschäft in Großbritannien macht 2/3 des Geschäftsvolumens aus. Jahr für Jahr fielen die Abschlüsse um 13%. Prudentials Abschlüsse stiegen um 40% und Avivas um 7,8%. Neue Produkte werden erwähnt, aber keine Abschlußzahlen. Es ist unmöglich zu beurteilen, ob sich das Geschäft auf dem Wege der Besserung befindet. Sicher ist dagegen, daß der Wettbewerb hart und finanzstark ist.

Die Investitionen stiegen um 11%. Geschäfte mit Dritten stiegen etwas schneller, und zwar von 18% auf 19% insgesamt. Die Profitabilität wird nicht erwähnt.

Im Bankgeschäft wurden ebenfalls die Buchführungsgrundsätze geändert, um die Zahlen zu schönen. Aus 10,2 Mrd. £ Hypothekenbestand wird ein Vorsteuergewinn (nach alter Methode) von 6,8 Millionen £ erwirtschaftet. Das ist eine außergewöhnlich niedrige Marge von 0,067%.

Die Krankenversicherung hat wieder Geld verloren – 6,1 Millionen £ zum 31.12.2004

Die kleinen Tochtergesellschaften außerhalb Großbritanniens haben sich besser geschlagen – Kanada plus 2,5%, das Wachstum in Deutschland betrug 134% im Vergleich zum Vorjahr, bedingt durch eine einmalige Steuerrechtsänderung.

Folgerung

Die Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2004 sind grauenvoll. Das Vermögen ist erneut geschrumpft, in 2004 wurde also Verlust gemacht.

Es sind nun fast drei Monate von 2005 vergangen. Wir haben keine Zahlen, die den Geschäftsverlauf zeigen.

Die Mitglieder können keinen Trost in diesen Zahlen finden.

Es ist unser Geld, das auf dem Spiel steht – die Mitglieder müssen sehen, was vor sich geht.